Heizung entlüften: Eine einfache Anleitung zum richtigen Entlüften Ihres Heizkörpers!

Laut des Berliner Mieterschudtzbundes verbrauchen private Haushalte mit Abstand die meiste Energie fürs Heizen. Wer seine Heizung regelmäßig entlüftet, senkt seine Heizkosten und kann Energie sparen. Übrigens, als Mieter dürfen Sie Ihre Heizkörper bei Bedarf selbstständig entlüften, auch ohne es dem Eigentümer oder Hausbesitzer anzuzeigen.

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Wann sollte man die Heizung entlüften?

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür und damit auch die Zeit, in der Sie zu Hause heizen wollen. In der Regel beginnt die Heizperiode am 1. Oktober und geht bis zum 30. April. Sobald der Vermieter die Heizung angestellt hat, kann ein routinemäßiger Check Ihrer Heizungen nicht schaden. Gluckert Ihr Heizkörper oder hören Sie ein „Blubbern“ oder wird der Heizkörper, bzw. werden die Heizungsrohre nicht richtig warm? Ein Grund mehr um Ihre Heizung zu checken und zu kontrollieren, ob sich zuviel evtl. Luft in der Heizungsanlage angesammelt hat.

Warum sollte ich meine Heizung entlüften?

Mit der Zeit sammelt sich in den Heizungsrohren und in den Heizkörpern zunehmend Luft an. Die Luft lässt weniger Raum für das heiße Wasser, welches für die Erwärmung der Heizung zuständig ist. Dadurch kann das Wasser in der Heizungsanlage nicht mehr problemlos zirkulieren. Die Folge ist, dass sich der Heizkörper langsamer erwärmt, die Heizkraft abnimmt und somit der Energieverbrauch steigt.

Wie lange dauert der Vorgang der Entlüftung?

Wieviel Zeit man zum Entlüften der Heizung wirklich braucht, ist natürlich abhängig vom Geschick des jeweiligen Heimwerkers. Im Durchschnitt kann man aber mit ca. fünf Minuten Arbeitsaufwand pro Heizkörper rechnen.

Welchen Schaden kann ich beim Entlüften anrichten?

Wir können Sie beruhigen, bei der Heizungsentlüftung kann man kaum Schaden anrichten. Das Entlüften der Heizanlage ist ungefährlich.

Welches Werkzeug wird benötigt?

  • Sie brauchen ein Auffangbehälter, um eventuell entweichendes Heizungswasser aufzufangen. Solch einen Behälter finden Sie eigentlich in jedem Haushalt. Sie könnten z.B. ein Glas nehmen, einen leeren Joghurtbecher oder eine Schüssel. Falls Sie nichts geeignetes in Ihrem Haushalt finden, können Sie passende Auffangbehälter im Baumarkt kaufen.
  • Falls Wasser daneben tropft ist ein Lappen oder ein Tuch zum Aufwischen von Vorteil. Bei wasserempfindlichen Böden können Sie zusätzlich noch ein Handtuch oder einen Putzlappen nutzen, welches Sie unter den Heizkörper legen.
  • Werkzeug zum Öffnen des Entlüftungsventils
  • Manche Ventile lassen sich einfach mit einem Schlitzschraubenzieher öffnen oder mit einer Zange. In den meisten Fällen brauchen Sie einen standardisierten Vierkantschlüssel, den sogenannten Heizkörperschlüssel oder auch einfach nur Entlüftungsschlüssel genannt. Diesen Entlüftungsschlüssel bekommen Sie in den meisten lokalen Baumärkten oder Sanitär-Fachgeschäften.
Entlüftungsschlüssel

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Jetzt geht es los! - So entlüften Sie Ihre Heizkörper in 10 Schritten?

1.) Heizkörper auf die höchste Stufe drehen

Bevor Sie Ihre Heizungsanlage entlüften, müssen Sie alle Heizkörper im gesamten Haus oder Wohnung aufdrehen. Drehen Sie dazu den Thermostatkopf jeweils auf die höchste Stufe.

2.) Umwälzpumpe vor der Entlüftung abstellen

Um die Chancen einer optimalen Heizungsentlüftung zu erhöhen, wird zu Beginn der Entlüftung die Umwälzpumpe abgestellt. Bei eingeschalteter Pumpe würde sonst die Luft weiter im Heizkörper und den Heizungsrohren zirkulieren.
Falls Sie Untermieter sein sollten und keinen Zugang zur Umwälzpumpe haben, können Sie alternativ auch einfach den Heizkreislauf Ihrer Wohnung abschalten.

3.) Eine Stunde warten

Nach dem Abstellen der Umwälzpumpe muss sich die Luft im Heizkörper sammeln. Dieser Vorgang dauert ca. eine Stunde. Zeit für einen Kaffee?

4.) Beginnen Sie mit der Entlüftung des höchstgelegnen Heizkörpers

Nach einer Stunde Wartezeit sollte sich die gesamte Luft im Heizkörper oben angesammelt haben und Sie können mit dem Entlüften der Heizung beginnen.
Haben Sie mehrere Heizkörper auf mehreren Etagen, ist es ratsam, mit der höchstgelegenen Heizung in Ihrem Haus zu beginnen, da sich dort in der Regel die meiste Luft sammelt.

5.) Wo befinden sich die Entlüftungsventile?

Starten wir nun mit dem eigentlichen Entlüftungsvorgang. Sie brauchen dazu den Lappen, das Auffanggefäß und den Entlüftungsschlüssel.
Das Entlüftungsventil, auch Ablassventil genannt, besteht in der Regel aus silbrigem Metall und hat seitlich ein kleines Röhrchen oder eine Öffnung. Die Ablassventile befinden sich bei den meisten Heizkörpern auf der gegenüberliegenden Seite des Thermostats. In der Mitte des Ventils sehen Sie einen Vierkantstift, auf den Sie den Entlüftungsschlüssel aufstecken und drehen können.


Tipp: Bei Handtuchheizkörpern fürs Bad liegt das Entlüftungsventil oft im hinteren oberen Bereich des Heizkörpers.

Entlüftungsventil

6.) Drehen Sie das Entlüftungsventil langsam auf

Drehen Sie mit dem Entlüftungsschlüssel das Entlüftungsventil eine viertel bis halbe Drehung gegen den Uhrzeigersinn, also nach links. Für den Fall, dass Heizwasser austritt, sollten Sie das Auffanggefäß griffbereit haben und so nahe wie möglich unter das Entlüftungsventil halten.

7.) Luft aus dem Heizkörper entweichen lassen

Beim langsamen Öffnen des Entlüftungsventils sollten Sie ein leichtes Zischen vernehmen. Die Luft entweicht nun hörbar aus dem Heizkörper. Sobald Sie hören, wie die Luft entweicht, drehen Sie das Ventil nicht weiter auf. Der Vierkantstift könnte sonst heraus fallen und das Heizungswasser ungehindert auf den Boden fließen.
Seien Sie behutsam und lassen Sie sich nicht vom ausströmenden Heizwasser überraschen. Es könnte auch schmutzig sein.
Das Heizungsentlüften war erfolgreich, wenn ein konstanter Wasserstrahl aus der Öffnung entweicht.
Sie können das Entlüftungsventil nun wieder schließen. Drehen Sie dazu das Ventil im Uhrzeigersinn, also nach rechts, zu.

8.) Fertig

Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein guter Heimwerker! Schalten Sie gegebenfalls die Heizungsumwälzpumpe wieder ein. Alle Heizkörper sollten nun wieder Wärme liefern und auch das Gluckern sollte nicht mehr zu hören sein.

9.) Wasserdruck überprüfen

Kontrollieren Sie zum Abschluss noch den Wasserdruck der Heizung auf dem Manometer. Falls dieser zu niedrig ist, füllen Sie Wasser nach. In der Regel kann ein einfacher Gartenschlauch für die Wasserzufuhr genutzt werden. Oft hat sogar jede Heizung einen Schlauch parat liegen. Der ideale Wasserdruck ist meist farblich am Manometer des Heizsystems dargestellt. Eine Überprüfung sollte kein Problem sein. Notfalls schauen Sie in der Betriebsanleitung Ihrer Heizung nach. Dort können Sie entnehmen, wie viel Druck notwendig ist und wo sich der Einfüllstutzen für das Nachfüllen von Heizungswasser befindet.

manometer

10.) Vor der Entlüftung ist nach der Entlüftung

Haben Sie nur einen Heizkörper in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung, sind Sie mit Ihrer Arbeit fertig. Falls nicht: Auf zum nächsten Heizkörper und wiederholen Sie den Vorgang der Entlüftung an allen weiteren Heizkörpern.

Tipp: Wenn sich die Heizungen auf mehreren Etagen verteilt befinden, beginnen Sie in der obersten Etage und arbeiten sich dann Stockwerk für Stockwerk nach unten vor.

Kann ich meinen Heizkörper automatisch entlüften

Gerade bei älteren Heizungen ist eine Überprüfung vor jeder  Heizperiode ratsam. Wem die manuelle Art der Entlüftung zu umständlich oder zu zeitaufwendig ist, kann auch auf die automatische Heizungsentlüftung umsteigen. In diesem Fall müssen die alten Ventile gegen automatische Entlüftungsventile ausgetauscht werden, die permanent und selbstständig überschüssige Luft ablassen. Die Kosten für einen Austauch der Ventile ist relativ gering, wenn man es selbst vornimmt.

Ein kurze Anleitung:

  • Drehen Sie zuerst die Sperrventile an den Heizungen zu
  • Lassen Sie das Heizungswasser aus den abgeschalteten Heizkörpern über die Ablass-Schraube so weit ab, bis es in Höhe der Entlüftungsventile steht
  • Schrauben Sie nun die alten Ventile heraus und ersetzen Sie sie gegen die neuen Ventile
  • Drehen Sie die Sperrventile wieder auf

Meine Heizung wird trotz Entlüftung nicht richtig warm. Woran kann es noch liegen?

Wird der Heizkörper nach dem Entlüften trotzdem nicht richtig warm, kann es z.B. daran liegen, dass der kleine Metallstift im Thermostat (Thermostatventil) klemmt oder verkalkt ist. Oft kann man das Thermostatventil lösen, indem man mit einem kleinen Hammer behutsam gegen das massive Metallteil in der Nähe des Thermostats klopft. Hilft das nicht, muss der Thermostatkopf abgeschraubt und der dünne Metallstift vorsichtig mit z.b. einer Zange hin und her bewegt werden. Ein wenig Schmieröl kann ebenfalls helfen, um den kleinen Stift wieder gangbar zu machen.

© 2017 Heizung entlüften